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14.02.2012

Visitation von Weihbischof Melzer

Weihbischof Manfred Melzer kommt zu Besuch nach Lövenich, Weiden und Widdersdorf. Die Visitation der Pfarreiengemeinschaft beginnt am Dienstag, dem 13. März und geht bis Samstag, den 17. März. In dieser Zeit wird er auch ein längeres Gespräch mit dem Pfarrgemeinderat und den Ortsausschüssen führen, sowie mit den Vertretern der Kirchenvorstände. Ebenso wird er u.a. das Neubaugebiet Widdersdorf besuchen und die katholische Grundschule Pater Delp. Am Samstag den 17.3. endet der Besuch Melzers mit der Firmung, die traditionell im Rahmen von Visitationen stattfindet.

Visitationen haben eine lange Geschichte. Die Kontrollbesuche einer übergeordneten Kirchenhierarchie finden seit der Spätantike statt. Kirche ist nicht nur Liebe Gottes, sondern auch Staat und Rechtspraxis – dies legt schon das Deuteronium fest, in dem Form von Gericht und Strafen definiert sind, bei Glaubensabfall und Verstoß gegen die Gebote. Im Mittelalter wurden bei der Visitation dann nur noch Steuern eingetrieben. Regelmäßige Besuche der Bischöfe, die nicht nur das Vermögen der Pfarreien, sondern insbesondere die Glaubenspraxis ins Auge nahmen, gab es erst als Folge der Visitationen Luthers, die den protestantischen Glauben der Gemeinden überprüften. Die katholische Seite verstärkte die Rechte des Bischofs auf Visitation im Konzil von Trient (1545-1563). Besonders in der frühen Neuzeit bis zur Besetzung Kölns durch die Franzosen (1801) liefern Visitationsakten wertvolle Quellen über die Durchsetzung kirchlicher und staatlicher Hoheit dank zunehmend moderner Verwaltung. Volkskultur und Aberglauben wurden durch die Visitionen verboten und die Glaubensausübung vereinheitlicht. In den Visitationsakten spiegelt sich die Machtverschiebung in der Rechtsprechung zwischen Kirche und Staat. Die Rechtsprechung der Kirche wird vom Staat immer stärker zurückgedrängt. Die Polizei übernimmt zunehmend Funktionen der Kirche. So liegt es in kirchlicher Tradition, wenn Weihbischof Melzer während seines Aufenthaltes die Polizeidienststelle in Weiden besucht.

Manfred Lütz (Autor von „Irre! - Wir behandeln die Falschen“) macht mit pointiertem Humor auf den Wandel des Verhältnisses von Bischof und Gemeinde aufmerksam: Früher befragte der Bischof die Gemeinde, heute bekommt er ihre Forderungen (Frauenfrage, Scheidungsrecht, Zölibat) an die Kirche zu hören, die den gesellschaftlichen Wandel spiegeln. Wenn Weihbischof Melzer auf die ehrenamtlichen Gremien von Lövenich, Weiden und Widdersdorf trifft, wird ihm wohl auch ein Spiegel unserer Zeit und unserer Orte vorgehalten. Und genau das liegt in der Kirchentradition, schließlich kann Kirche nur existieren als Kirche von heute, als Kirche in unserer Zeit.
Tina Vogel-Walter
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