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20.12.2014 | Dr. Godehard Hoffmann

Der Heilige Joseph ist in die Severinuskirche zurückgekehrt

Der heilige Joseph im Mittelschiff der Severinuskirche
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Vor einigen Jahren wurden unter dem Keller unter der Taufkapelle Figuren wiederaufgefunden, die aus dem 19. Jahrhundert stammen. Sie waren wesentliche Bestandteile der seit etwa 1860 im neuromanischen Stil neu gestalteten Ausstattung unserer Kirche. Sechs der Figuren waren jeweils zu zweit gegenüber im Mittelschiff, vor dem Chor und im Chor an der Wand befestigt. Darunter befand sich eine besonders aufwendig ausgearbeitete Figur unseres Kirchenpatrons, St. Severin. Sie hatte zwar diverse Beschädigungen erlitten, konnte aber restauriert werden. Inzwischen hat sie ihren Platz rechts vor dem Chor, also nahe beim Ambo gefunden hat. Der hl. Severin trägt übrigens ein Modell der Severinskirche in der Kölner Südstadt in den Händen, denn dort werden seine Reliquien bewahrt.
Eine ebenfalls aufgefundene Figur des zweiten Patrons unserer Kirche, St. Matthias, wurde gleichzeitig restauriert, wobei hier nur eine konservatorische Reinigung und einige Reparaturen an der farbigen Oberfläche erforderlich waren. Sie wurde an der nördlichen Wand des Kirchenschiffes auf einem Holzsockel aufgestellt. Schon damals wurde beschlossen, auch die Figur des hl. Joseph restaurieren zu lassen, um diesen Heiligen gegenüber zu platzieren. Hier war ebenfalls eine konservatorische Reinigung durchzuführen, die (wie die Restaurierung der Severinus- und der Matthiasfigur) von der Kölner Restaurierungswerkstatt Gruppe-Köln unter Begleitung durch das LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland in bewährter Weise geleistet wurde.
Der hl. Joseph trägt ein an antiken Vorbildern orientiertes Untergewand und einen weiten Umhang, der auf seiner linken Schulter aufliegt. In seiner linken Hand hält er als sein Attribut (Kennzeichen eines Heiligen) einen blühenden Stab. Das Motiv geht auf eine Episode im apokryphen (also nicht in das Neue Testament aufgenommenen) Jakobusevangelium zurück. Demnach war Maria Tempeljungfrau und sollte einem Mann übergeben werden, der sie unberührt ließe – die sogenannte „Josephs-Ehe“. Mehrere Witwer legten je einen Stab auf den Altar im Tempel, woraufhin einzig der Stab Josephs erblühte und ihn damit zum Ehemann bestimmte.
Die Figur des hl. Joseph besteht aus Terrakotta, also hart gebranntem Ton, und ist innen hohl. Besondere Aufmerksamkeit verdient die sogenannte Fassung (die farbige Oberflächengestaltung). Das Untergewand ist hellblau bis violett. Der Umhang ist außen rotbraun, sein Futter ist grün. Die Außenseite des Umhangs ist technisch sehr aufwendig gemacht, denn es handelt sich um Lüstermalerei. Dafür wird zunächst eine Versilberung aufgetragen und dann eine dünne, lasierende Farbe. Das Silber des Untergrundes reflektiert nun einen Teil des Lichtes durch die Farbe hindurch, wodurch der besondere Glanz des Umhanges entsteht.
Die Restauratorin Carmen Seuffert von der Gruppe-Köln stellte im Rahmen der Restaurierung überraschenderweise fest, dass die heutige Fassung nicht ursprünglich ist. Mittels minutiöser Untersuchungen konnte sie sogar die ursprüngliche Farbgestaltung analysieren: Der Umhang war vergoldet und sein Futter hellgrün. Das Untergewand war hellblau mit vergoldeten Begleitstrichen am Saum. Außerdem gab es ein vergoldetes Flechtband mit goldenen Begleitstrichen am Kragen. Die originale Erscheinung der Josephsfigur war also dekorreicher. Es ist unbekannt, wann die sog. Zweitfassung aufgetragen wurde, aber ihre schlichte Erscheinung passt sehr gut zur Farbfassung des hl. Matthias. (Eine Freilegung der Originalfassung ist übrigens nicht möglich, da diese nicht vollständig erhalten ist.)
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Weitere Infos

Einladung zur Kirchenvorstandswahl
(Info vom 10.11.2018)

Sanierungsarbeiten an der Severinuskirche
(Info vom 09.11.2018)

Ansprechpartner im Kirchenvorstand
(Info vom 16.12.2015)

Ergebnisse der Kirchenvorstandswahlen am 14./15. November 2015
(Info vom 15.11.2015)

Passend im Archiv

„Neuer Glanz für alte Schätze“
(Info vom 10.11.2010)

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