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05.01.2008 | Dirk Hucko

Wandel gestalten - Glauben entfalten - Perspektive 2020

Wandel gestalten
Den Seelsorgebereichen im Erzbistum Köln stehen erneut umfassende Strukturreformen ins Haus. Auch unser Pfarrverband Lövenich - Weiden - Widdersdorf ist hiervon betroffen.
 
Es ist noch gar nicht so lange her, dass sich im Erzbistum Köln alle Seelsorgebereiche das letzte Mal mit Fragen einer Strukturreform beschäftigen mußten. Um die Kooperation in den Seelsorgebereichen zu stärken und die Pfarrer zu entlasten, mußten sich seinerzeit alle Seelsorgebereiche für eine verbindliche Kooperationsstruktur entscheiden. Die Gremien - Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand - von Lövenich, Weiden und Widdersdorf hatten damals den Pfarrverband als Strukturform für unseren Seelsorgebereich ausgewählt, der dann im Sommer 2001 gegründet wurde.
 
Es hat sich in den letzten sechs Jahren seitdem aber gezeigt, dass diese erste Strukturreform des Erzbistums Köln nicht ausgereicht hat. Die Priesterzahlen sind weiter rückläufig und die verbleibenden Pfarrer mit einer Fülle an Verwaltungsaufgaben oft überlastet.
Der Erzbischof hat daher mit dem Projekt "Wandel gestalten - Glauben entfalten - Perspektive 2020" eine weitere Strukturreform für die Seelsorgebereiche des Erzbistums ins Leben gerufen.
In einem ersten Schritt wurden bereits mit Beginn des neuen Jahres die Anzahl der Seelsorgebereiche von vorher 220 auf nun nur noch 180 reduziert. In einem weiteren Schritt müssen sich nun die Kirchenvorstände - unter Beratung durch die Pfarrgemeinderäte - aller Seelsorgebereiche in diesem Jahr erneut für eine neue Strukturform entscheiden.
 
Für unseren Pfarrverband bedeutet dies ganz konkret, dass wir vor der Wahl zwischen entweder einer Fusion der drei Pfarrgemeinden St. Jakobus, St. Marien und St. Severin oder aber der Gründung einer Pfarreiengemeinschaft aus unseren drei Pfarrgemeinden stehen.
 
Eine Fusion würde die Auflösung der drei bestehenden Pfarrgemeinden St. Jakobus, St. Marien und St. Severin und stattdessen die Gründung einer gemeinsamen großen neuen Pfarrei durch den Erzbischof bedeuten. Diese neue Pfarrgemeinde würde an die Stelle der drei aufgelösten Pfarreien treten und deren Rechte, Verpflichtungen und das Vermögen der drei Gemeinden übernehmen.
Dies würde dann auch dazu führen, dass nur eine der bisherigen Kirchen die neue Pfarrkirche wird und die übrigen Kirchen zu sogenannten Filialkirchen würden. Auch die Namen der drei Pfarrgemeinden würden nicht mehr weiter bestehen, sondern durch einen neuen gemeinsamen Namen für die neue Pfarrei ersetzt. Dies könnte dann entweder der Name der ausgewählten Pfarrkirche sein oder aber auch ein komplett neuer Name.
Die neue Pfarrgemeinde hätte nur noch einen Pfarrgemeinderat und einen gemeinsamen Kirchenvorstand.
 
Bei der Gründung einer Pfarreiengemeinschaft bleiben die bisherigen Kirchengemeinden weiterhin bestehen und behielten auch jeweils ihre Pfarrkirchen und ihre bisherigen Namen. Die drei Pfarrgemeinden schließen sich bei dieser Strukturform aber verbindlich zu einem Kirchengemeindeverband zusammen.
Die Pfarreiengemeinschaft hätte ebenfalls nur noch einen gemeinsamen Pfarrgemeinderat, der für alle drei Pfarrgemeinden zuständig ist.
Dem Kirchengemeindeverband müßten dann nach Vorgabe des Erzbischofs bis zum Ende des Jahres 2009 alle Aufgaben des operativen Geschäfts übertragen werden. Dies betrifft insbesondere alle Einrichtungen, wie z.B. die Kindergärten und Büchereien, sowie die Pfarrheime und Pfarrbüros, außerdem alle angestellten Mitarbeiter der drei Kirchengemeinden.
Die drei Kirchenvorstände würden daneben bestehen bleiben, allerdings nur noch wenige Aufgaben behalten, insbesondere die Verwaltung des Vermögens, des Grundbesitzes und die bauliche Instandhaltung der Gebäude der Kirchengemeinden.
 
In beiden Fällen hat dies also zur Folge, dass es nach den Neuwahlen des Pfarrgemeinderates im Jahr 2009 nur noch einen gemeinsamen Pfarrgemeinderat für Lövenich, Weiden und Widdersdorf geben wird.
Je nach Strukturform werden dann spätestens ab 2010 die wesentlichen (bei der Pfarreiengemeinschaft) bzw. alle (bei der Fusion) rechtlichen Fragen und Verwaltungsaufgaben durch den gemeinsamen Kirchengemeindeverband übernommen.
Im Vergleich zu den bisherigen drei Pfarrgemeinderäten und Kirchenvorständen wird dann die Arbeit in dem neuen gemeinsamen Pfarrgemeinderat und im Kirchengemeindeverband nur noch auf deutlich weniger gewählte Mitglieder verteilt werden können. Damit wird es in jedem Fall eine große Herausforderung werden, für die Arbeit in diesen neu strukturierten Gremien motivierte und geeignete Kandidaten zu finden. Und es wird genauso wichtig sein zu überlegen, ob es nicht auch Möglichkeiten gibt, Aufgaben anders als bisher außerhalb dieser Gremien zu bearbeiten.
Eine weitere große Herausforderung wird die Frage sein, wie ein gemeinsamer Pfarrgemeinderat einerseits den gesamten Pfarrverband, gleichzeitig aber auch die einzelnen Belange der drei Orte Lövenich, Weiden und Widdersdorf im Blick behalten und einen gerechten Ausgleich zwischen den verschiedenen Interessen wahren kann.
 
Der Erzbischof hat alle Seelsorgebereiche aufgefordert, sich nun bis zum 31. Juli 2008 für eines der beiden Strukturmodelle zu entscheiden. Vor den gewählten Gremien unseres Pfarrverbandes liegen daher nun schwierige Überlegungen, die in einer gemeinsamen Entscheidung der Kirchenvorstände aller drei Gemeinden münden müssen.
Bei dieser Entscheidung ist es besonders wichtig, vor allem die Gemeindemitglieder im Blick zu haben. Was für Konsequenzen würden die beiden Modelle auf das Gemeindeleben haben? Mit welcher Strukturform können wir am ehesten dafür sorgen, dass sich alle Gemeindemitglieder weiterhin in unserem Pfarrverband wohl und beheimatet fühlen.
Deshalb ist es für die gewählten Vertreter in den Gremien unerläßlich, von möglichst vielen Gemeindemitgliedern deren Stimmung und Meinung zu dieser anstehenden Entscheidung zu hören. Teilen Sie uns Ihre Sorgen, Nöte, Befürchtungen, Hoffnungen und Wünsche hierzu mit. Gerne können Sie die Mitglieder des Pfarrgemeinderates direkt ansprechen oder schicken Sie eine eMail an pgr@st-severin-loevenich.de. Wir wollen in den nächsten Wochen gerne alle sich bietenden Gelegenheiten zum Gespräch und Meinungsaustausch nutzen. Hierzu wird es auch noch eine Pfarrversammlung geben, zu welcher der Pfarrgemeinderat noch einladen wird.
 
Auch wenn die anstehenden Entscheidungen zur Struktur im Moment einen großen Stellenwert einnehmen, ist es wichtig für uns im Auge zu behalten, dass es nicht in erster Linie um Strukturen, sondern um die pastoralen Aufgaben einer Kirchengemeinde geht. Hiervon müssen wir uns bei den anstehenden Entscheidungen immer leiten lassen. Wichtiger als die Entscheidung zur Strukturform ist die Frage, wie es nach der strukturellen Änderung in unseren Pfarreien mit dem Gemeindeleben weiter geht.
Schließlich ist es ja auch Sinn und Zweck des vom Erzbischof angestoßenen Prozesses, die Pfarrer von Verwaltungsaufgaben und Gremiensitzungen zu entlasten, damit sie sich wieder mehr der Pastoral und den Anliegen der Gemeinde widmen können. Wenn dieser Zweck hiermit erreicht werden kann, dann hat auch "Wandel gestalten" - trotz aller unliebsamen Änderungen, die damit verbunden sein werden - etwas Gutes. Und letztlich geht hoffentlich auch der Wunsch des Erzbischofs in Erfüllung, dass durch "Wandel gestalten - Glauben entfalten - Perspektive 2020" mindestens bis zum Jahr 2020 keine weiteren Strukturdiskussionen und -reformen in den Pfarreien des Erzbistums mehr nötig sein werden und wir uns wieder auf das Wesentliche, den Glauben und die Gemeinschaft in unseren Gemeinden, konzentrieren können.

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