Aktuelles
Willkommen
St. Severin
Gottesdienste
Kindergarten
Bücherei
Caritas
Gruppen
Termine
Pfarrheim
Pfarrbrief
Publikationen
Links
Kontakt


01.04.2012 | Werner Quicker

Firmung 2012 Nach(t)gedanken

Meine Sorge, daß trotz Weltjugendtag, Jugendmessen, Gospelchören und neuem (inzwischen schon wieder altem) geistlichen Liedgut die Reaktion auf „Rockmusik“ in der Kirche (Rockmusik soll jetzt hier mal als Sammelbegriff stehen) eher kritisch ist, wird mich wohl nie verlassen. Umso glücklicher (im wörtlichen Sinn) bin ich über das ausnahmslos begeisterte Feedback zur musikalischen Ausgestaltung des Firmgottesdienstes durch die Chöre aus Lövenich und Widdersdorf, die durch eine Band mit Saxophon, Keyboards, Bass und Schlagzeug begleitet wurde. (Eine noch perfektere Beschallung der Kirche, besonders der hinteren Reihen, hätte einen noch höheren technischen Aufwand erfordert).
Es ist in den vergangenen Wochen und Monaten im Familiengottesdienst, Kommunion-und Firmunterricht u.s.w. viel von der Liebe Gottes gesprochen worden.Ich habe neulich in einer Unterhaltung mit Jugendlichen die Ansicht gehört, daß uns nicht der Besitz glücklich macht, sondern nur die Liebe auf Dauer erfüllen kann. Dies wurde noch gestützt durch eine Reihe von Geschichten in denen Menschen durch ihre Besitzgier in fürchterliches Unglück gestürzt wurden. Wenn ich mich umsehe finde ich nicht, daß die Besitzenden sehr unglücklich wirken. Und hier fehlt mir dann, wie so oft in der Kirche, eine aktive Lebenshilfe im Umgang mit dieser Prämisse angesichts unserer gesellschaftlichen Wirklichkleit. „Liebe ist nicht nur ein Wort, Liebe das sind Worte und Taten."
Zum anderen fällt mir an dieser Stelle immer ein, daß dies in meiner Jugend ganz anders klang. Ich bin immer wieder erschrocken darüber, daß ich an der Seite von Menschen groß geworden bin, die z.B. 11jährige Jungen aus bekannten Gründen mit den Armen ans Bett befesselt haben und der strafende Gott war allgegenwärtig. Als gute Predigt galt, wenn der Pfarrer ordentlich von der Kanzel herab schimpfte. Ich habe mich oft gefragt, wie wir diese elegante Wende zum liebenden Gott vollzogen haben und ich gestehe, daß ich den Zeitpunkt als dies geschehen sein muß, verpasst habe.
Gehen wir seitdem ehrlicher miteinander um?
Ist es nicht mehr so, daß uns unser eigener Ehrgeiz wichtiger ist, als unsere Fähigkeiten in den Dienst der Gemeinschaft zu stellen?
Ein Weg zum Besseren erfordert möglicherweise ein Umdenken in unserem Wertesystem. Ich bin der Meinung, daß die Kirche dazu beitragen muß, diese Gesellschaft zu verändern. Im Grunde wollen wir doch alle dasselbe. Ein Leben in gegenseitigem Respekt voreinander ohne physische oder psyschiche Gewalt geprägt von Toleranz und Achtung. Die einen nennen es das Reich Gottes, die anderen sagen es wie Sting:“There must be a better world than this.“
Der Besitz eines I-Pod ist an sich nicht das Problem- unser Umgang mit Besitz kann zum Problem werden. „Es ist der Fluch jeglichen Besitzes, daß er durch Überschätzung besessen macht.“(Frederic Husler, Sänger). Und ich möchte sagen: auch geistiger Besitz kann mißbräuchlich verwendet werden.
Im Anhang finden Sie das Mp3 eines Liedes, daß unser Chor zur Firmung gesungen hat. Es ist die Geschichte einer jungen Frau, die nach jahrelanger Drangsal ihren Weg gefunden hat:
 

„Jetzt gehört mein Leben nur mir, denn ich bin nur kurz hier auf Erden. Meine Sehnsucht, sie führte mich her, was mir fehlte bekam ich hier.
Diesen Weg habe ich gewählt, mein Vertrauen weilt hinter Worten
die mir zeigten ein kleines Stück von dem Himmel, der nie war nah.
Ich will fühlen, daß ich lebe und dies alle Zeit...
Werde leben wie ich will, wissen daß ich wertvoll bin.
Habe nie mich selber verloren, was ich bin, das hat nur geschlafen.
Vielleicht hatte ich keine Wahl, nur der Wille zu leben war da.
Ich will glücklich sein, weil ich bin, was ich bin.
Endlich frei sein und stark, seh´n, wie wird die Nacht zum Tag.
Ich bin hier und mein Leben hehört mir und den Himmel, ich glaube dran, werde ich finden irgendwann."
 
In einer Gemeinschaft hat mein Handeln direkte Auswirkungen auf die Freiheit des anderen. Freiheit funktioniert, wenn wir sie dem anderen schenken, dann klappt´s auch mit der Liebe.

Download

Datei "" herunterladen
Weitere Artikel

Adventlicher Nachmittag für Kinder 2017
(Artikel vom 18.11.2017)

Pfarrinformationen Nr. 47 (19.11. - 26.11.17)
(Artikel vom 18.11.2017)

Konzert zum Christkönigsfest
(Artikel vom 13.11.2017)

PGR-Wahl 2017
(Artikel vom 13.11.2017)

Jubiläumskonzert Ton-in-Ton
(Artikel vom 29.10.2017)

Neuer Eltern-Kind-Kurs in Widdersdorf
(Artikel vom 26.10.2017)

2. Ausgabe von geist.reich ist erschienen
(Artikel vom 14.09.2017)

Pfarrverbandsvideo "Happy"
(Artikel vom 25.04.2017)

Veranstaltungen im Jahr 2017
(Artikel vom 01.01.2017)

  © Kath. Kirchengemeinde St. Severin | Impressum | Datenschutz