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24.02.2011 | Tina Vogel-Walter / Links: M. Schulte

Dialog mit der Kirche erwünscht!

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Es sollte ein Signal werden. Das Memorandum von mittlerweile 260 katholischen Theologen zeigt den breiten Wunsch nach Kirchenreformen. Der Vertrauensverlust der Kirche nach der Pädophiliedebatte im letzten Jahr wurde jetzt Anlass Reformen in Angriff zu nehmen. Die Forderungen selbst waren dabei altbekannt: offener Dialog, anderer offizieller Umgang mit Wiederverheirateten und Homosexuellen, Frauen und Familienväter als Priester und Strukturreformen in der Kirchenverwaltung.

Am 23. Februar 2011 fand in der Karl-Rahner Akademie in Köln eine öffentliche Diskussion über das Memorandum statt. Geht man von der Beteiligung aus, war die Veranstaltung ein voller Erfolg. Es wurde eine Videoleinwand aufgestellt, damit wenigstens ein Teil der Besucher, die nicht mehr in den Saal passten, die Diskussion von außen verfolgen konnten.

Zwei Theologieprofessoren und Frau Bartscherer, Vorsitzende des Katholikenausschusses, bestimmten die Diskussion. Der Kölner Professor Höhn – er hatte das Memorandum unterschrieben – beherrschte die Stimmung im Saal. Er wollte einmal mutig sein, begründete er seine Unterschrift. Die Kirche dürfe nicht gegen das Gottesvolk handeln. Zölibat könne nicht das Auswahlkriterium für Priester sein. Dass er dabei auf Demokratie und Menschenrechte setzt, bleibt von katholischer Seite problematisch, handelt es sich doch ursprünglich um atheistische Werte, die in der Französischen Revolution gegen die Kirche eingesetzt wurden.

Hier setzte auch die Kritik des Dortmunder Professor Ruster ein, der für Reformen ist, aber nicht unterschreibt, weil ihm das katholische Profil in den Forderungen fehlt. Die Kirche müsse ihre Beziehung zur modernen Gesellschaft überdenken und sich nicht zivilgesellschaftlichen Forderungen im Stil des Zeitgeists anschließen. Provokanter Reformvorschlag von Ruster, er wolle nicht mehr Priester, sondern breite Verantwortung aller Katholiken und Teilzeitpriester von probaten Gemeindemitgliedern. Sicher ist das auch eine Möglichkeit mehr theologischen Spielraum zu bekommen.

Wenig ermutigend war der Hinweis des Moderators, dass Rom sich überhaupt nicht für die deutschen Wünsche interessiere, da in der Bilanz 200 000 ausgetretene Katholiken in Deutschland 18 Millionen neuer Katholiken weltweit gegenüberstehen. Ob die Deutsche Bischofskonferenz reagiere, wisse man auch nicht.

Frau Bartscherer – die schon vor Monaten zu mehr Laienverantwortung aufgerufen hatte – blieb pragmatisch und zukunftsorientiert. Das Memorandum – ob theologisch flach oder nicht – sei ein Schritt in die richtige Richtung. Aus der Erschütterung vom letzten Jahr müsse Bewegung entstehen und eine neue Ordnung, so ihre Forderung.

Letztlich brauchen wir aber einen Dialog mit der kirchlichen Machtebene und sollten,  unter Berufung auf Papst Benedikt, einfordern: Ich muss „gute Gründe“ für meinen Glauben haben. Und „gute Gründe“ entwickeln sich nur im intelligenten und offenen Dialog. Und zwar nicht über das öffentliche Erscheinungsbild der Kirche, sondern über Inhalte.

Bettina Vogel-Walter

 

nachstehende Links-Vorschläge
stammen von

Martin Schulte


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 Stellungnahme Matthias Mattussek

 Stellungnahme Manfred Lütz
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