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23.12.2001 | Theo Schaal

St. Severin feiert 40jähriges Priesterjubiläum von Pfarrer Gabel

Die Meßdiener geleiten Pfarrer Gabel in einer feierlichen Prozession zur Pfarrkirche.
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Es hätte Heiligabend sein können: heftiger Schneefall in Lövenich, Strassen und Kirchplatz, unter einer (matschigen) Schneedecke, viele Menschen eilig unterwegs zur Kirche - dabei ist es (fast) nur ein gewöhnlicher Freitagabend.
Schon eine Viertelstunde vor Beginn der Messe um 19 Uhr ist die Kirche gut gefüllt, Kerzen werden von Meßdienern angeboten, am Altar rückt Herr Quicker noch einige Dinge zurecht, 2 Meßdiener kommen eilig durch den Seiteneingang herein und traben im linken Seitenschiff zur Sakristei, der PGR-Vorsitzende scheint auch noch etwas im Altarraum nachprüfen zu müssen - dann beginnt ein längeres Warten, und zwar auf Herrn Pastor Gabel, der an diesem Tag sein 40jähriges Priesterjubiläum feiert.
57 Meßdiener hatten sich eingefunden, um den Jubilar am Pfarrhaus mit allem Pomp abzuholen, was mit, höchster Geheimhaltungsstufe vorbereitet werden mußte, weil der zu Feiernde ein bescheidener Mensch ist und soviel Aufhebens um seine Person nicht liebt. Leider konnte Verf. den Großen Bahnhof vor dem Pfarrhaus nicht selbst sehen, denn er wartete ja in der Kirche. Aber es muß schon ein toller Anblick gewesen sein; die vielen rotweiß gekleideten Mädchen und Jungen, der Kirchenvorstand, Flambeaux, und alles in dichtem Schneetreiben! Schade eigentlich, daß das Wetter so wenig zuschauerfreundlich war.
Die Festmesse begann mit nur kleiner Verspätung, zunächst mit einem der Jubelfeier angemessenen Orgelvorspiel, dem die Weihe der vielen aufgestapelten Kerzen für die Kommunionkinder 2001 folgte. Der Kirchenraum glich einem Lichtermeer beim Umzug innerhalb der Kirche; auch die Gläubigen hatten ihre Kerzen angezündet, so daß die Feier des Festes Mariä Lichtmeß einen wunderschönen Rahmen für den Jubiläumsgottesdienst mit Pfarrer Gabel bildete. Die Teilnahme von Pfarrer Adenäuer aus Widdersdorf und Diakon Balzer unterstrich den Festtagscharakter, ebenso wie die Gesangsbeiträge des Jungen Chores und des Kirchenchores.
Der Jubilar selbst begann die Meßfeier scheinbar unbeeindruckt mit einigen einleitenden Worten zu dem kirchlichen Festtag, der am 40. Tag nach der Geburt Christi an die dem mosaischen Gesetz entsprechende Darbringung Jesu im Tempel erinnert, dabei von dem ‘greisen Propheten’ Simeon als der Messias erkannt und lt. Lk 2,32 als ‘Licht zur Erleuchtung der Heiden’ gepriesen wird, von woher die traditionelle Kerzenweihe und Lichterprozession hergeleitet wird: für die Priesterweihe also ein symbolträchtiger Tag.
Nun zeigte sich, daß unser Pastor doch nicht so ‘cool' ist, wie es zunächst schien, denn nach eigenem Eingeständnis bemerkte er erst nach der Verlesung des Evangeliums, daß er ‘vor Aufregung' eingangs vergessen hatte, seine Gemeinde zu begrüßen und sich für das so zahlreiche Erscheinen zu bedanken (wir haben das natürlich verstanden).
Die Lichtmetaphorik zog sich dann als ‘roter Faden' weiter durch Predigt und Liturgie. In seiner Predigt ging der Jubilar von dem biblischen Verständnis des Lichtes aus (Licht = christliche Metapher für Leben, Heil, Christus im Gegensatz zur Finsternis des Bösen) und kam auf seine 40 Jahre im 'Dienste des Lichts' zu sprechen, wovon ca. 28 auf St. Severinus in Lövenich entfallen. In diesen langen Jahren habe er viele ‘Lichtblicke’ gehabt, und es sei besonders in 'dunklen Zeiten’ wichtig zu wissen, daß für den Christen Licht auch immer ‘Nähe des Herrn' bedeute.
Nach der Meßfeier waren alle in den Pfarrsaal zu einem Empfang eingeladen; fleißige Hände hatten blumengeschmückte Tische mit Brot und Käse vorbereitet, Bier, Mineralwasser und Säfte waren in Massen vorrätig, und es begann der 2. Teil des Festabends, in dem der Jubilar von der Gemeinde beglückwünscht und geehrt wurde.
Es begann wieder mit einem Lied der vereinigten Chöre, dessen Text auf einem irischen Segensspruch basiert (Mögen die Straßen uns zusammenführen) und gut zu dem Anlaß paßte.
Natürlich mußten Reden gehalten werden - wie kann man jemanden loben und ihm danken, ohne das in Worte zu kleiden? Jedoch: die Reden waren kurz, z.T. fast zu kurz, so daß keine überflüssigen Worte gemacht wurden - im Prinzip sehr angenehm.
Es hatten sich nach der Messe auch noch weitere Gratulanten eingefunden, z.B. die Pfarrer Fischer und Metternich aus Weiden, so daß die Geistlichen des Seelsorgebereichs komplett erschienen waren.
Den Reigen der Redner eröffnet Herr Dirk Hucko, der die Anwesenden im Namen des Pfarrgemeinderats als dessen Vorsitzender begrüßt, dem Jubilar gratuliert und ihm für seine fast 30jährige Tätigkeit dankt. Er verweist auf die problematische Entwicklung der Kirche in dieser Zeit, die auch das Amt des Pastors arbeitsreicher, stressiger und schwieriger gemacht habe. Außerdem ruft er uns ins Bewußtsein, daß Pastor Gabel wohl der letzte 'Oberpfarrer' Lövenichs sein werde, denn nach dessen Pensionierung werde die Stelle ja nicht mehr besetzt.
Der Diakon, Herr Werner Balzer, zeichnet die wichtigsten Daten aus Pastor Gabels Biographie nach: Abitur, Theologiestudium, Priesterseminar, 2 Kaplanstellen, ab 1975 Oberpfarrer in Lövenich und fragt nach den ‘Früchten’ der Arbeit des Jubilars. Als besondere Merkmale seiner Person und Arbeit sieht Herr Balzer: eine tiefe Spiritualität und Frömmigkeit (einen ‘engen Draht’ zu Gott), seine Treue zum Evangelium (zum überlieferten Glaubensgut und zur Tradition), Sinn für Recht und Ordnung, die Fähigkeit, zuhören zu können und den anderen ausreden zu lassen und schließlich, die Mitbrüderlichkeit, aus der sich zwischen dem Diakon und dem Jubilar in 14 Jahren ein besonderes Verhältnis entwickelt hat. Auch er schließt mit der betrüblichen Feststellung des Priestermangels und bittet die Gemeinde, im jetzt begonnenen ‘Jahr der geistlichen Berufe' durch Gebet und Tat, wo immer möglich, einen Beitrag zu leisten. Er dankt dem Pastor mit einem großen Blumenstrauß, den er jedoch dessen anwesender Schwester überreicht und stimmt ‘Großer Gott wir loben Dich’ an, das die Gemeinde gern mitsingt.
Herr Rolf Rosenow, der 2. Vorsitzende des Kirchenvorstands, spricht seinen persönlichen Dank und den des KV aus und merkt an, daß ein 40jähriges Dienstjubiläum ‘bei der gleichen Firma’ heute selten geworden sei und zeigt auf, daß während des Wirkens des Jubilars eine Vielzahl von Gruppen, Kreisen und Aktivitäten, also ein erfreulich aktives Gemeindeleben an St. Severin entstanden sei.
Herr Dechant Fischer (Weiden) dankt allen für das bisher Gesagte und trägt dem Jubilar einen gehaltvollen, situationsgerechten Text von Almut Haneberg mit dem Titel ‘Im Schatten der Angst der Hoffnung trauen’ vor.
Es hätte wohl noch viel Gutes über Pastor Gabel gesagt werden können, so z.B. daß er häufig im stillen mit Rat, Tat, Trost, Fürsprache und persönlichem Einsatz geholfen und gewirkt hat, wovon nur manchmal per Zufall etwas bekannt wurde.
Ehe die Chöre ihr Schlußlied singen und Dirk Hucko auf die Spendenbox für Banska Bystrika (Slowakei) empfehlend hinweist, sagt der Jubilar noch ein Schlußwort mit Bezug auf die öfters erwähnte lange Dienstzeit der Geistlichen (bis 70): ‘Der längste Weg wird nicht lang, wenn man einen guten Freund zur Seite hat.’
Das ist zweifellos richtig, denn man denkt dabei nicht nur an einen langen, sondern auch oft schwierigen und mühevollen Weg. Könnte es nicht sein, daß der Jubilar auch schon mal einen weiteren Aspekt des oft zitierten ‘Lichtes’ mitgedacht hat, nämlich das ‘Licht am Ende des Tunnels’, das ihm in wenigen Jahren bei der Pensionierung eine für ihn neue 'Freiheit’ schenken wird?
Möge er dafür gesund bleiben!

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Die Meßdiener holen Pfarrer Gabel am Pfarrhaus ab. Feierlicher Einzug in den Altarraum. Der Chor singt beim Festakt im Pfarrsaal.
Festreden im Pfarrsaal. Pfarrer Gabel nimmt die zahlreichen Gratulationen entgegen.
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